(Z) Uhrenproduktion in der Manufaktur Jaeger-LeCoultre
46°36'45.81"N
6°14'12.76"E
Hinter diesen Koordinaten verbirgt sich nicht etwa das mythische, verschollene Atlantis, sondern ein ganz realer, aber kaum weniger legendenumwobener Ort, nämlich der Sitz einer der renommiertesten Uhrenmanufakturen der Welt, Jaeger-LeCoultre.


(Eingangshalle zur Manufaktur)
Im Juni 2010 wurde es mir ermöglicht, einige sehr exklusive Einblicke in die Entwicklung, Fertigung und auch die dahinter stehenden Ideen- oder besser gesagt Ideale dieser Manufaktur- zu gewinnen.
Trotz des eigentlich rein technischen Hintergrunds ist es mir wahrscheinlich nicht möglich, diesen Bericht vollkommen emotionslos zu schreiben. Zu groß sind die Unterschiede der Intentionen und der Produktionsphilosophie dieses Herstellers zu einem Großteil der Mitbewerber.
Schon den Anfang oder die passende Einleitung zu diesem Bericht zu finden bereitet mir große Schwierigkeiten. Wo soll man auch beginnen?
Bei der bald 20 Jahrzehnte umfassenden Firmengeschichte, die, gespickt von mechanischen Höchstleistungen, unzähligen Patenten und Chronometriepreisen, jeder denkbaren mechanischen Komplikation ihresgleichen wohl vergeblich sucht, oder der unübersehbaren, fast „greifbaren“ Motivation eines jeden der 1000 Mitarbeiter, vom einfachen Arbeiter bis zum obersten Firmenchef, die sich in einer Ruhe, Gelassenheit und Freundlichkeit im Miteinander der Angestellten, im Umgang mit Maschinen und Material in jedem Winkel der Gebäude beobachten lässt, oder der Philosophie der Marke, die darin besteht, stets das Unmögliche zu verwirklichen zu versuchen.....?
(Der Ursprung. Das Haus wurde später in die Manufaktur integriert. Teile davon dienen heute als Museum. Copyright by Jaeger-LeCoultre)
Einen guten Einblick oder Einstieg in die Produktion bietet das hauseigene Museum.
Es ist ein Jammer, dass es nicht öffentlich zugänglich ist, denn für den Liebhaber mechanischer Uhren bietet es alles, was das Herz begehrt. Schon alleine die über 2 Stockwerke reichende Glasvitrine, in der sich alle (der über 1000) bis heute gebauten Kaliber befinden lässt den Kenner vor Ehrfurcht erblassen. Geblendet von dieser Vielzahl an feinster Mechanik, vom kleinsten über das genaueste zum kompliziertesten mechanischen Uhrwerk- es ist alles da, zum Greifen nah. Dazwischen wundervolle Schmuckuhren, tausendfach mit Diamanten bestückt aus der Blütezeit des Art Deco genauso wie aus aktueller Fertigung.
Auch die Ikone aller Standuhren, die Atmos, darf natürlich nicht fehlen, die in einer Vielzahl von Varianten bestaunt werden kann.
(Millionometre- copyright by Jaeger LeCoultre)
(Auswahl an Uhrwerken - copyright by Jaeger LeCoultre)
(Die Atmos - copyright by Jaeger LeCoultre)
Wahrscheinlich den Gipfel für den Technikfreak bildet die Dokumentation der Entwicklung der Master Compressor Extrem Lab, deren Gehäuse allein aus 143 Teilen besteht, um überhaupt die aufwändige Mechanik aus weiteren 580 Teilen im Inneren -einfach- bedienen zu können.
Nachdem man, noch ganz im Gedanken den Ausführungen des Führers nachhängend, das Museum in der Gewissheit verlässt, dass es kaum noch eine Steigerung der Eindrücke geben kann, findet man sich unversehens in der Realität der Fertigung und Konstruktion wieder........



